Was ist eine philosophische Praxis ?

In die Praxis eines Rechtsanwaltes, Arztes oder Psychologen kommen Klientinnen und Klienten.

In die Praxis eines Rechtsanwaltes, Arztes oder Psychologen kommen Klientinnen und Klienten. In eine Philosophische Praxis kommen Besucherinnen und Besucher. Sie bringen als Gastgeschenk ihre Problem- und Konfliktgeschichten mit, die sie sich selbst genug erzählt haben und unter denen sie leiden. Sie erwarten einen aufmerksamen Zuhörer, der sie verstehen will. In dem Gespräch begibt man sich auf die Suche nach einem Wissen, das Mutmachgeschichten ermöglicht, in denen die Probleme und Konflikte aufgehoben sind und die einladen, Geschichte zu machen, Raum und Zeit zu gestalten, so dass die Erzählung neuer Geschichten möglich wird. Solches Wissen ist weisheitliches Wissen. Philosophie als Liebe zur Weisheit zeigt sich im Streben nach einem Wissen, das zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden weiß. Nach einem Wissen, das man braucht, um ein gelingendes Leben zu führen. Das dazu verhilft, Schmied seines eigenen Glückes zu sein. Der philosophische Praktiker leitet zur geistigen Selbsthilfe an. Zur Prüfung des eigenen Lebens bei seiner Suche nach Sinn und Orientierung. Denn nur ein prüfungbereites Leben kann glücken. Aus Sorge um das eigene Selbst, die die Sorge um das Wohl des anderen einschließt, geht die Philosophie den dornigen Weg, zur Lebenskunst anzuleiten.

Leitbild der Philosophischen Praxis für ein glückendes Leben ist

● ein Leben mit einer Vernunft, die die Gefühle harmonisch integriert
● ein Leben, das in Selbstbestimmung, kritischer Gelassenheit und mit Humor geführt wird
● ein Leben, das weiß, was zu einem befreienden Selbst- und Weltverständnis gehört.
● ein Leben, das Sinn und Wertvolles tut, soweit es die eigenen Kräfte erlauben
● ein Leben, das eine Hoffnung hegen darf, die mit bestem Wissen und Gewissen verantwortet werden kann
● ein Leben, das bei allem Mangel, Fehlerhaftem, Üblem und Bösem trotzdem Freude entwickelt an der Tatsache, mit dem Menschen zu leben, der sich selbst eine Rätselaufgabe ist.

Text des Leiters der Praxis